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Das Philosophische Quartett vom 19.
April 2009, 00.00 - 01.00 Uhr
Verantwortung und Risiko - Die Kunst, es nicht gewesen zu sein
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Gäste:
Beatrice Weder di Mauro, Wirtschaftswissenschaftlerin und
Bodo Kirchhoff, Schriftsteller
"Verantwortung" könnte das Wort des Jahres werden. Oder vielmehr zum Unwort werden, weil für eine Manager-Elite der ethisch befrachtete Begriff ein Fremdwort zu sein scheint, das mit ihren Finanz-Exzessen und desaströsen Unternehmer-Strategien nicht in Einklang zu bringen ist. Finanzjongleure haben die Weltwirtschaft ins Taumeln gebracht und eine globale Krise ausgelöst. Angesichts der weltweiten Vernetzung wirtschaftlicher Systeme, die sich der Prüfung und der Übersicht zu entziehen scheinen, stellt sich die Frage: Wer trägt die Verantwortung und wer trägt das Risiko? Doch ist der Begriff der ethischen Verantwortung überhaupt noch anwendbar, ist er nicht restlos veraltet?.
Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski diskutieren mit ihren Gästen Beatrice Weder di Mauro, Wirtschaftswissenschaftlerin und eine der "Fünf Weisen", sowie Bodo Kirchhoff, Schriftsteller, wer die Kosten der Finanzkrise zu übernehmen hat: die Verursacher oder die Allgemeinheit.
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Das Philosophische Quartett vom 1.
März 2009, 23.55 Uhr
Überleben
die Stärksten? - Irrglaube
Sozialdarwinismus
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Gäste:
Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, Wissenschaftshistoriker
und Darwin-Experte
Richard David Precht, Philosoph und
Bestseller-Autor
Charles Darwin, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr
gefeiert wird, hatte nicht weniger vollbracht, als die
Welt vom Kopf auf die Füße zu stellen. Seine
Erkenntnisse von der Entstehung der Arten, seine Theorie
der natürlichen Auslese erschütterte gründlich
so manches festgefügte Weltbild und den biblischen
Schöpfungsmythos.
Bis heute ist der Streit um die Gültigkeit der
Darwinschen Beobachtungen von Evolution und der Abstammungslehre
des Menschen nicht ausgestanden: Noch immer behaupten
Bibelgläubige und "Kreationisten", nicht
die Natur, sondern ein Schöpfer habe mit einem
"intelligent design" in sechs Tagen die Welt
erschaffen (und am siebten Tag dann geruht). Eine noch
absurdere Umdeutung Darwins ist der so genannte Sozialdarwinismus,
die Übertragung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse
auf gesellschaftliche Verhältnisse. Kann aber Darwins
Theorie der natürlichen Auslese, der geschlechtlichen
Selektion, dazu genutzt werden, das Sozialverhalten
des Menschen zu erklären?
Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski diskutieren
im "Philosophischen Quartett" des ZDF mit
ihren Gästen über die verhängnisvolle
Irrlehre des "Sozialdarwinismus". Soll es
naturgegeben sein, dass der Stärkere sich durchsetzt?
Wie weit ist es dann bis zum Herrenmenschentum und zum
Rassenwahn?
Wo bleiben heute Ethik und Moral, wo Anstand und common
sense? Wurde nicht bis zur Wirtschaftskrise gern das
Überleben der Stärksten propagiert? Da lässt
sich die Darwinsche Anpassung auch als Konkurrenzkampf
denken: als Wettbewerb um das beste Produkt, um die
bessere Idee, die bessere Ideologie, um den besseren
Menschen - alle gegen alle. Mit diesem "Kampf ums
Dasein" wäre man gedanklich wieder in die
Falle der Sozialdarwinisten gegangen, die Natur gegen
Kultur ausspielen. Wie weit gewisse Denkmuster der Darwinschen
Theorien womöglich aber doch bedenkenswert sein
könnten in unserer Zivilisation, wird im "Philosophischen
Quartett" ebenso diskutiert, wie die Frage nach
den Grenzen, nach den bizarren und gefährlichen
Irrwegen in der Sozio-Biologie und Bio-Ethik.
Ernst Peter Fischer - Der Wunsch nach
Vernunft
1947 in Wuppertal geboren ist er einer der bekanntesten
Wissenschaftshistoriker und Wissenschaftspublizisten
in Deutschland. Als studierter Mathematiker, Physiker
und Biologe promovierte er 1977 am California Institute
of Technology, habilitierte zehn Jahre später als
Wissenschaftshistoriker in dem Fach, das er seither
als Professor an der Universität Konstanz lehrt.
Nicht von ungefähr war er ein Jahrzehnt lang Herausgeber
des "Mannheimer Forums" - als Nachfolger des
damals populären Wissenschaftsautors Hoimar von
Ditfurth, mit dem er die Leidenschaft für klare
und verständliche Sprache in der Vermittlung von
Naturwissenschaft teilt.
"Die andere Bildung"
Bekannt wurde er 2003 mit seinem Buch "Die andere
Bildung", einem vehementen Plädoyer für
die Naturwissenschaften als wesentlichem Teil des Bildungskanons.
Dem folgten in kurzen Abständen gut fünfzehn
Bücher, darunter so bekannte Titel wie "Einstein
trifft Picasso und geht mit ihm ins Kino" (2005)
oder "Schrödingers Katze auf dem Mandelbrotbaum"
(2006). Zuletzt hat er "Das große Buch der
Evolution" (2008) und "Der kleine Darwin"
(2009) vorgelegt.
Er publiziert in GEO, Bild der Wissenschaft, Weltwoche
und FAZ. Seit zwei Jahren führt Fischer auch den
höchst unterhaltsamen Blog "Die andere Bildung"
zu aktuellen Fragen von Naturwissenschaft und Wissenschaftsvermittlung
in den Medien, über die Allgegenwart der Dummheit
und den dringenden Wunsch nach Vernunft.
Richard David Precht - Philosophischer
Bestsellerautor
1964 in Solingen geboren ist Precht der Shooting-Star
unter den Autoren philosophischer Schriften: Sein 2007
erschienenes Buch "Wer bin ich und wenn ja, wie
viele?", das Erkenntnisse der Hirnbiologie mit
philosophischen Konsequenzen und allgemeinen Lebensfragen
verknüpft, hat sich bis heute weit mehr als sechshunderttausend
Mal verkauft.
Es war nicht Prechts Erstling: Nach dem Studium der
Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte promovierte
er 1994 über Robert Musil. 1997 arbeitete er als
Arthur-F.-Burns-Fellow in der Redaktion der "Chicago
Tribune" und war 2000/2001 Fellow am Europäischen
Journalistenkolleg in Berlin.
Als Essayist und Kolumnist ("Literaturen")
publizierte er in deutschen Zeitschriften und Zeitungen,
bis 2008 moderierte er das "Kritische Tagebuch"
des WDR. 1997 erschien sein Buch "Noahs Erbe",
das sich mit ethischen Fragen im Verhältnis von
Mensch und Tier befasst. 1999 folgte ein mit seinem
Bruder Jonathan geschriebener detektivischer Bildungsroman
"Das Schiff im Moor", 2002 der Nachwende-Roman
"Die Kosmonauten".
Auf gute Resonanz stieß seine 2007 vorgelegte
Autobiografie "Lenin kam nur bis Lüdenscheid",
die auch verfilmt wurde. Sein Bestseller "Wer bin
ich und wenn ja, wie viele?", das erfolgreichste
Sachbuch des Jahres 2008, wurde bisher in sechzehn Sprachen
übersetzt. Am 10. März erscheint sein neues
(Sach-)Buch "Liebe. Ein unordentliches Gefühl".
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Peter Sloterdijk - 60-minütiges online-Interview
zur Lage des globalen Finanzsystems:
Krise einer märchenhaften Schatzsuche
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` Peter Sloterdijk sieht etwa nicht in der Gier eine
Ursache für die Finanzkrise. Er sieht stattdessen
"ein echtes Märchenmotiv" am Werk, "das
seit dem Beginn der Neuzeit in den Menschen Europas
und Amerikas mit archetypischer Energie sich festgesetzt
hat. Wir sind im Grunde genommen von der psychischen
Struktur her Schatzsucher. Das ist aber nicht eine Sache
der Gier, sondern es ist die Bereitschaft allen Ernstes
daran zu glauben, dass das Leben dir einen Schatzfund
schuldig ist."´
Eintrag von Robert John, 28. Oktober 2008 bei www.pickings.de
Ausstrahlung SF 2: Sonntag, 12. Oktober 2008, 17.00
Uhr
Ausstrahlung 3sat: Montag, 27. Oktober 2008, 22.25 Uhr
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Das Philosophische Quartett am 30.November
2008, 23.55. Uhr
Markt der Illusionen
- Wie der Kredit seinen Kredit verlor
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